Von der Idee zum greifbaren Produkt: Wie Broncolor mit 3D-Druck Entwicklungsprozesse neu denkt

Bei der Entwicklung neuer Produkte zählt jedes Detail – und oft auch jede Stunde. Die Bron Elektronik AG in Allschwil (Basel-Landschaft), bekannt unter der Marke Broncolor, steht seit Jahrzehnten für höchste Qualität in der professionellen Beleuchtungstechnik. Doch auch ein traditionsreiches Unternehmen muss seine Prozesse stetig weiterentwickeln, um Innovation und Effizienz zu vereinen.

Ein entscheidender Schritt in diese Richtung war die Einführung des 3D-Drucks.

Swissness trifft High-End-Technologie

Gegründet im Jahr 1958 von Pierre Bron, ist Bron Elektronik bis heute ein familiengeführtes Unternehmen mit Sitz im Baselbiet. Entwicklung, Produktion und Montage erfolgen vollständig in der Schweiz – ein Anspruch, der sich in der Qualität der Produkte widerspiegelt.

Ob in der Werbefotografie, im E-Commerce, in der wissenschaftlichen Dokumentation oder sogar in der Forensik: Broncolor-Lichtsysteme kommen überall dort zum Einsatz, wo Präzision, Zuverlässigkeit und absolute Konsistenz gefragt sind. Und diese hohen Anforderungen gelten nicht nur für die Endprodukte, sondern bereits für deren Entwicklung.

100% Made in Switzerland: Die Broncolor-Lichtsysteme erfüllen höchste Anforderungen bezüglich Präzision, Zuverlässigkeit und Konsistenz.                                                                                                                                                                       Bild Urs Recher

Vom Bildschirm in die Hand: Warum 3D-Druck den Unterschied macht

«Ich habe immer wieder festgestellt, dass sich nur anhand von CAD-Skizzen oft kein wirklich realistisches Bild vom Endprodukt vermitteln lässt», sagt Daniel Ferro, Leiter Konstruktion und Verantwortlicher Produktdesign für den Bereich 3D-Druck bei Bron Elektronik. Was früher häufig zu Missverständnissen führte, ist heute deutlich einfacher: Statt abstrakter Modelle entstehen innerhalb kürzester Zeit physische Prototypen. Möglich macht das der Einsatz des Form 3+ von Hersteller Formlabs, der seit gut drei Jahren bei Bron Elektronik steht.

Die Arbeitsweise in Allschwil hat sich dadurch grundlegend verändert. Mittlerweile konstruiert Ferro Bauteile tagsüber, startet den Druck am Abend – und hält am nächsten Morgen bereits das fertig gedruckte Teil in den Händen. «Der Drucker arbeitet für uns über Nacht. Das verändert den gesamten Arbeitsprozess.»

Schnellere Entscheidungen, bessere Kommunikation

Der grösste Vorteil liegt nicht nur in der Geschwindigkeit, sondern auch in der Verständlichkeit. Ein physischer Prototyp macht Ideen greifbar – im wahrsten Sinne des Wortes. Wenn ein Bauteil bei Bron Elektronik in einer Sitzung die Runde macht, entsteht ein gemeinsames Verständnis. Technische Details lassen sich besser beurteilen, Rückmeldungen kommen früher und fundierter. Das gilt nicht nur intern, sondern auch im Austausch mit Lieferanten. Fragen etwa zur Fertigung, zu Werkzeugen und zu Kosten können direkt am Objekt diskutiert werden. «Wenn beide das gleiche Teil in der Hand halten, spricht man auch vom Gleichen», sagt Ferro.

3D-Druck macht Ideen greifbar: Daniel Ferro von Broncolor (rechts) und Simon Fischer von der 3D-EDU GmbH inspizieren einen frisch gedruckten Satz Prototypen.                                                                                                                          Bild Urs Recher

Praxisbeispiel: Die Entwicklung des Stelos-Griffs

Ein besonders anschauliches Beispiel für den Einsatz von 3D-Druck bei Broncolor ist die Entwicklung des Griffs für das Beleuchtungssystem Stelos. Die Anforderungen waren anspruchsvoll: Der neue Griff sollte kompakter und leichter werden als beim Vorgängermodell Siros – ohne Kompromisse bei Qualität oder Funktionalität. Gleichzeitig musste er ergonomisch überzeugen, denn Fotografen arbeiten oft mobil und unter unterschiedlichsten Bedingungen.

«Es ging nicht darum, einfach alles kleiner zu machen», erklärt Ferro. «Menschen haben unterschiedlich grosse Hände. Wir wollten deshalb eine Lösung, die möglichst vielen gerecht wird.» Um dieses Ziel zu erreichen, wurden zahlreiche Varianten entwickelt und als Prototypen 3D-gedruckt. Unterschiedliche Grössen, Formen und Haptiken konnten so direkt getestet und verglichen werden.

Der grosse Vorteil: Iterationen erfolgen schnell und unkompliziert, Anpassungen an Form oder Griffgefühl lassen sich unmittelbar umsetzen. «Heute können wir sagen: Das passt noch nicht ganz – machen wir es hier etwas runder. Und am nächsten Morgen haben wir bereits die nächste Version in der Hand.»

Die beste von zig Varianten: Während der Entwicklung des Griffs an der Hinterseite des portablen Monolights
Stelos 800 L sind diverse Prototypen 3D-gedruckt worden.

Von Wochen zu Tagen – und manchmal über Nacht

Vor der Einführung des eigenen 3D-Druckers sah der Prozess deutlich anders aus. Prototypen wurden extern gefertigt – entweder über klassische Modellbauer oder später über externe 3D-Druck-Dienstleister. Beides war mit Wartezeiten verbunden. Daten mussten verschickt, Rückmeldungen abgewartet, Teile geliefert werden.

Mit dem eigenen Drucker fallen diese Zwischenschritte bei Bron Elektronik weg. Entwicklungszyklen verkürzen sich massiv, Entscheidungen können schneller getroffen werden. «Die Entwicklung neuer Teile ist deutlich kostengünstiger geworden. Entscheidend dabei ist die Zeitersparnis – denn Zeit ist letztlich Geld», gibt Ferro zu bedenken.

Mehr als nur Prototyping

Heute ist der 3D-Druck bei Broncolor fester Bestandteil der Entwicklungs- und Produktionsprozesse. Neben der Prototypenfertigung kommt er auch zum Einsatz für:

  • Montagehilfsmittel in der Produktion
  • kundenspezifische Kleinserien
  • technische Abklärungen im Vorfeld der Serienfertigung

Gleichzeitig ermöglicht er eine engere Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Abteilungen. Entwicklung, Produktion und Service können frühzeitig eingebunden werden und ihr Know-how einbringen – noch bevor ein Produkt in die Serienfertigung geht.

Kleine Teile, grosser Effekt: Durch 3D-Druck können Prototypen für Broncolor-Produkte schneller, flexibler und insgesamt effizienter hergestellt werden.                                                                                                                                                   Bild Urs Recher

Qualität bis ins Detail

Für ein Unternehmen wie Bron Elektronik spielt nicht nur Funktionalität eine Rolle, sondern auch Haptik und Oberflächenqualität. Der eingesetzte SLA-Drucker von Formlabs überzeugt hier durch besonders feine Ergebnisse – ein entscheidender Faktor in einer Branche, in der visuelle und haptische Qualität zentral sind, wie Ferro betont. Auch bei speziellen Anforderungen, etwa im Bereich hoher Temperaturen, kommen geeignete Materialien zum Einsatz, um realitätsnahe Tests durchführen zu können.

Ein Werkzeug, das nicht mehr wegzudenken ist

Was ursprünglich als Ergänzung gedacht war, ist heute ein zentraler Bestandteil des Arbeitsalltags. «Die Arbeitsweise ist angenehmer geworden, die Arbeit an sich wurde erleichtert», sagt Ferro. Er sei deshalb sehr glücklich mit dem Formlabs Form 3+. «Er wäre aus unserem Arbeitsalltag nicht mehr wegzudenken.»

Fazit: Ein klarer Wettbewerbsvorteil

Die Einführung des 3D-Drucks bei Broncolor zeigt eindrücklich, wie moderne Technologien klassische Entwicklungsprozesse verändern können. Schnellere Iterationen, bessere Kommunikation und effizientere Abläufe führen nicht nur zu Zeit- und Kosteneinsparungen, sondern auch zu besseren Produkten. Das Beispiel Broncolor zeigt: Für Unternehmen, die auf Präzision, Qualität und Innovation setzen, ist der 3D-Druck längst mehr als nur ein Werkzeug – er ist ein echter Wettbewerbsvorteil.

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